Die Mietpreise steigen deutschlandweit auf historische Höchststände

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Corinna zog gleich nach ihrer Heirat in die kleine Ein-Zimmer-Wohnung, die ihr Mann gemietet hatte. Aber jetzt, wo aus zwei drei sind, haben sie nach einem größeren Ort gesucht.

„Unser Sohn ist fast zehn Jahre alt. Er braucht ein eigenes Zimmer“, erklärt Corinna gegenüber CGTN.

Sie hoffen, in der Nähe seiner Schule und ihres Arbeitsplatzes in der Münchner Innenstadt bleiben zu können – doch nach drei Jahren der Suche nach etwas, das sie sich leisten können, müssen sie es sich nun noch einmal überlegen. Der Mietmarkt in ganz Deutschland erlebt einen von vielen als „beispiellos“ bezeichneten Nachfrageschub, wobei die Preise in den meisten Großstädten in die Höhe schießen.

So lagen die Mietpreise in der teuersten Stadt des Landes, München, Ende 2020 bei rund 18 US-Dollar pro Quadratmeter. Heute liegt der Durchschnitt bei 22 US-Dollar pro Quadratmeter. Das Gleiche gilt für die Hauptstadt Berlin, wo Wohnungen etwa 15 US-Dollar pro Quadratmeter kosten, gegenüber 11 US-Dollar vor drei Jahren.

Das trifft Menschen wie die Rentnerin Regina Lehmann hart. Sie lebt in einem Vorort von Berlin und zahlt monatlich rund 650 US-Dollar Miete. Doch aus einem aktuellen Brief ihres Vermieters geht hervor, dass ihre Miete monatlich um 14,50 US-Dollar steigen wird.

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„Bei jedem, mit dem ich gesprochen habe, wurde die Miete erhöht“, sagt sie. „Manche um 20 Euro (22 $), manche um 40 (44 $). Aber ich bezweifle, dass sie (Vermieter, Bauträger) mit diesem Preis auf lange Sicht zufrieden sein werden und wenn wir zahlen, wird die Miete bald wieder steigen.“

Die Mietimmobilienpreise in Berlin und München sind in den letzten Jahren um über 20 Prozent gestiegen./Natalie Carney/CGTN Europe

Die Mietimmobilienpreise in Berlin und München sind in den letzten Jahren um über 20 Prozent gestiegen./Natalie Carney/CGTN Europe

Die Mietimmobilienpreise in Berlin und München sind in den letzten Jahren um über 20 Prozent gestiegen./Natalie Carney/CGTN Europe

Zurück in München zahlt Mieterin Anupama Jopara seit Anfang 2023 zusätzlich 55,50 US-Dollar pro Monat.

„Die Mieten steigen immer weiter, die Gehälter jedoch nicht“, sagt Anupama.

Laut Stephan Kippes, Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen, gibt es zwei Gründe für diesen dramatischen Anstieg: „Vor etwa zwei Jahren hatten wir einen starken Markt für Immobilienverkäufer. Die Preise für den Kauf von Wohnungen stiegen.“ Und dann änderten sich die Zinssätze.“

Zu diesem Zeitpunkt begann der Konflikt in der Ukraine, der die Inflation ankurbelte und die deutsche Zentralbank die Zinsen um etwa 400 % anhob, um diese Inflation zu bekämpfen.

„Das führte zu Problemen“, fährt Kippes fort. „Viele Käufer können sich den Kauf einer Immobilie derzeit nicht mehr leisten und greifen auf die Vermietung zurück, sodass der Mietmarkt noch schwieriger wird.“

„Schwierig“ nicht nur für die Preise, sondern auch für das Angebot. Experten gehen davon aus, dass rund 700.000 weitere Wohnungen nötig sind, um den aktuellen Bedarf zu decken.

Obwohl sowohl die Landes- als auch die Bundesregierung neue Entwicklungsziele initiierten, führten diese hohen Zinssätze und inflationären Rohstoffkosten dazu, dass einige Entwickler Insolvenz anmelden mussten.

Kippes schlägt vor, dass „eine Erhöhung der Wohnungen für Mitarbeiter“ der großen Unternehmen wie früher „sehr hilfreich wäre. Die Regierung könnte auch den Sozialwohnungsbau erhöhen und eine Steuererleichterung für diejenigen Entwickler schaffen, die neue Häuser bauen.“

Aber er warnt: „Es gibt keine schnelle Lösung. Wir müssen verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das in den Griff zu bekommen.“

Daher dürfte der Mietmarkt in ganz Deutschland noch einige Zeit hoch bleiben, während das Angebot knapp ist und die Nachfrage steigt.

Hohe Zinsen in Deutschland drängen mehr Menschen in die Miete

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